Maya Mythologie: Götter, Schöpfung und Unterwelt der Maya

Maya Mythologie und GötterIn den Regenwäldern Mittelamerikas erheben sich bis heute die Ruinen von Tikal, Palenque, Copán und Chichén Itzá, deren Pyramiden, Stelen und Inschriften von einer der bedeutendsten Hochkulturen der Menschheit zeugen. Die Maya Mythologie, die hinter diesen Bauwerken steht, erzählt von Göttern, die mehrfach versuchten, den Menschen zu erschaffen, bevor sie ihn schließlich aus Maisteig formten, von einer gefürchteten Unterwelt namens Xibalba und von zwei jugendlichen Heldenzwillingen, die die Herren des Todes überlisteten und als Sonne und Mond an den Himmel stiegen. Anders als die Azteken, deren Reich nur rund zwei Jahrhunderte bestand, prägten die Maya über mehr als zwei Jahrtausende das Gebiet des heutigen Südmexiko, Guatemala, Belize und Honduras.

Die Maya sind dabei kein verschwundenes Volk. Millionen Menschen sprechen bis heute eine der rund dreißig Mayasprachen, und viele Glaubensvorstellungen haben in veränderter Form die spanische Eroberung überdauert. Zugleich ist die Überlieferung der alten Mythen von Brüchen geprägt: Die Hochphase der klassischen Städte endete bereits im neunten Jahrhundert, die meisten Bücher der Maya wurden nach der Eroberung vernichtet, und die Hieroglyphenschrift konnte erst im zwanzigsten Jahrhundert weitgehend entziffert werden. Dieser Überblick stellt die wichtigsten Götter der Maya vor, erzählt die Schöpfung nach dem Popol Vuh, führt in die Unterwelt Xibalba und erklärt, warum das Jahr 2012 für die Maya keineswegs das Ende der Welt bedeutete.

Die Maya Mythologie und ihre Quellen

Die Kultur der Maya entwickelte sich ab dem zweiten Jahrtausend vor Christus und erreichte ihre Blüte in der sogenannten Klassik zwischen etwa 250 und 900 nach Christus. In dieser Zeit regierten in zahlreichen Stadtstaaten göttliche Könige, die sich als heilige Herren bezeichneten, gewaltige Tempelpyramiden errichteten und ihre Taten in Hieroglypheninschriften festhielten. Im neunten Jahrhundert wurden viele Städte des südlichen Tieflands aus bis heute diskutierten Gründen verlassen, während im Norden der Halbinsel Yucatán Zentren wie Chichén Itzá und später Mayapán aufblühten. Die spanische Eroberung erstreckte sich über fast zwei Jahrhunderte; erst 1697 fiel mit Nojpetén im heutigen Guatemala das letzte unabhängige Königreich der Maya.

Aus vorspanischer Zeit sind nur vier Bücher der Maya erhalten, Faltbücher aus Rindenpapier, deren bekanntestes der Dresdner Codex ist, der heute in der Sächsischen Landesbibliothek aufbewahrt wird und astronomische Tafeln sowie Götterdarstellungen enthält. Zahlreiche weitere Bücher ließ der Franziskaner Diego de Landa 1562 in Maní verbrennen, der später paradoxerweise selbst eine wichtige Beschreibung der Maya-Kultur verfasste. Die bedeutendste mythologische Quelle ist das Popol Vuh, das heilige Buch der K’iche‘-Maya aus dem Hochland Guatemalas, das Mitte des sechzehnten Jahrhunderts in lateinischer Schrift aufgezeichnet und um 1700 vom Dominikaner Francisco Ximénez abgeschrieben wurde. Hinzu kommen die Bücher des Chilam Balam, Tausende Inschriften, bemalte Gefäße und Wandmalereien wie jene von San Bartolo.

  • Dresdner Codex – Vorspanisches Faltbuch mit Göttern, Ritualen und astronomischen Berechnungen, heute in Dresden.
  • Popol Vuh – Heiliges Buch der K’iche‘-Maya mit Schöpfungsmythos und Heldenzwillingen, Mitte des 16. Jahrhunderts aufgezeichnet.
  • Bücher des Chilam Balam – Kolonialzeitliche Schriften aus Yucatán mit Prophezeiungen und alten Überlieferungen.
  • Hieroglypheninschriften – Tausende Texte auf Stelen, Tempeln und Gefäßen, seit dem 20. Jahrhundert weitgehend lesbar.
  • Wandmalereien von San Bartolo – Um 100 v. Chr. entstandene Darstellungen des Maisgottes, 2001 in Guatemala entdeckt.

Schöpfung: Vom Schweigen zur Menschheit aus Mais

Das Popol Vuh beginnt mit einem Bild vollkommener Stille: Es gab nur den ruhigen Himmel und das weite, unbewegte Meer, in dem die Schöpfergötter, unter ihnen die Gefiederte Schlange Q’uq’umatz und Huracan, das Herz des Himmels, in grünblauen Federn verborgen ruhten. Durch Wort und Gedanken ließen sie die Erde aus dem Wasser auftauchen, Berge und Täler entstehen und Wälder wachsen. Anschließend erschufen sie die Tiere, doch diese konnten nur kreischen, brüllen und zwitschern, nicht aber die Namen ihrer Schöpfer aussprechen und sie verehren. Zur Strafe wurden sie dazu bestimmt, fortan in Schluchten und Wäldern zu leben und selbst gegessen zu werden.

Die Götter unternahmen deshalb mehrere Versuche, ein Wesen zu schaffen, das sie ehren würde. Ein erster Mensch aus Lehm zerfiel und löste sich im Wasser auf. Die folgenden Menschen aus Holz konnten zwar sprechen und sich vermehren, hatten aber weder Herz noch Verstand und vergaßen ihre Schöpfer; eine gewaltige Flut vernichtete sie, und selbst ihre Hunde, Kochtöpfe und Mahlsteine wandten sich gegen sie. Die wenigen Überlebenden wurden der Überlieferung nach zu Affen. Erst im vierten Versuch gelang die Schöpfung: Aus gelbem und weißem Mais formten die Götter vier Männer, die sprechen, denken und ihre Schöpfer preisen konnten. Ihre Einsicht war jedoch so vollkommen, dass sie bis an die Enden der Welt blickten, und so trübten die Götter ihren Blick, damit sie nicht den Göttern gleich würden.

Weltenbaum, Himmel und Unterwelt

Das Weltbild der Maya war räumlich klar gegliedert. Im Zentrum stand ein gewaltiger Weltenbaum, meist als Ceiba gedacht, dessen Wurzeln in die Unterwelt reichten und dessen Krone den Himmel trug. An den vier Himmelsrichtungen standen weitere Bäume, und jede Richtung besaß eine eigene Farbe: Rot für den Osten, Weiß für den Norden, Schwarz für den Westen und Gelb für den Süden, während die Mitte grün oder blaugrün gedacht wurde. Nach späteren Quellen wölbten sich über der Erde dreizehn Himmelsschichten, während sich darunter die Unterwelt in neun Ebenen erstreckte. Der Mais, die Lebensgrundlage der Maya, war dabei selbst ein kosmisches Symbol: Wie das Korn in der Erde begraben wird und neu aufkeimt, so sah man im Kreislauf von Tod und Wiedergeburt ein göttliches Prinzip.

Der Kosmos der Maya

Oberwelt

Himmel – dreizehn Schichten

↕ Krone des Weltenbaums

Mittelwelt – Erde der Menschen

Norden
Weiß

 

Westen
Schwarz
Ceiba
Mitte · Grün
Osten
Rot

 

Süden
Gelb

 

↕ Wurzeln des Weltenbaums · Höhlen und Cenoten als Eingänge

Unterwelt

Xibalba – neun Ebenen, Reich der Todesfürsten

Die Zahl der Himmels- und Unterweltebenen ist vor allem aus späten und kolonialzeitlichen Quellen belegt

Die Götter der Maya

Die Götter der Maya lassen sich oft nur schwer benennen, da ihre Namen in den verschiedenen Sprachen und Epochen wechselten. Der Forscher Paul Schellhas ordnete die in den Codices dargestellten Gottheiten deshalb 1897 mit Buchstaben, eine Einteilung, die bis heute verwendet wird. Zu den wichtigsten gehört Itzamna, als Gott D bezeichnet, ein alter Schöpfer- und Himmelsgott, der als Erfinder der Schrift und Herr der Priesterweisheit galt. Chaak, Gott B, der Regengott mit langer Nase und Axt, war für eine Gesellschaft von Maisbauern unverzichtbar und wurde oft als vierfache Gottheit in allen Himmelsrichtungen verehrt. K’inich Ajaw, der Sonnengott, zog tagsüber über den Himmel und durchquerte nachts in Gestalt eines Jaguars die Unterwelt.

Eine zentrale Rolle spielte der Maisgott, ein jugendlich schöner Gott, dessen Tod und Wiederauferstehung den Zyklus des Maisanbaus spiegelten und auf bemalten Gefäßen der Klassik immer wieder dargestellt wurden. K’awiil, ein Gott mit einem Schlangenfuß, verkörperte Blitz und Fülle und erscheint als Zepter in den Händen der Könige, die sich auf göttliche Abstammung beriefen. Die alte Göttin Ix Chel stand für Heilkunst, Geburt und Weberei und besaß in nachklassischer Zeit ein vielbesuchtes Heiligtum auf der Insel Cozumel. Die Gefiederte Schlange schließlich, auf Yukatekisch Kukulkan, im Hochland Q’uq’umatz genannt, wurde besonders in Chichén Itzá verehrt. Hinzu kamen zahlreiche Todesgötter, Götter der Nacht und Schutzgottheiten einzelner Städte.

Maya Götter und ihre Zuständigkeiten

Gottheit Zuständigkeit Merkmale und Belege
Itzamna (Gott D) Schöpfung, Himmel, Schrift, Priesterwissen Alter, oft thronender Gott, häufig in den Codices
Chaak (Gott B) Regen, Blitz, Fruchtbarkeit Lange Nase, Axt; vierfach in den Himmelsrichtungen
K’inich Ajaw (Gott G) Sonne Durchquert nachts als Jaguar die Unterwelt
Maisgott (Gott E) Mais, Tod und Wiedergeburt Jugendlich schön, Auferstehungsszenen auf Gefäßen
K’awiil (Gott K) Blitz, Fülle, königliche Macht Schlangenfuß, Zepter der Herrscher
Ix Chel (Göttin O) Heilkunst, Geburt, Weberei Alte Göttin, Pilgerheiligtum auf Cozumel
Kukulkan / Q’uq’umatz Gefiederte Schlange, Schöpfung, Herrschaft Schöpfer im Popol Vuh, Tempel in Chichén Itzá
Hun Came und Vucub Came Herren der Unterwelt Xibalba Eins Tod und Sieben Tod im Popol Vuh

Xibalba: Die Unterwelt der Maya

Die Unterwelt der Maya hieß im K’iche‘ Xibalba, was sich etwa mit „Ort der Furcht“ übersetzen lässt. Nach dem Popol Vuh gelangte man über steile Schluchten, über Flüsse aus Blut und Eiter und an eine Kreuzung von vier farbigen Wegen dorthin. Über Xibalba herrschten die Todesfürsten Hun Came und Vucub Came, Eins Tod und Sieben Tod, umgeben von weiteren Dämonen, deren Namen Krankheiten und Todesarten verkörperten: Sie ließen Menschen Blut spucken, verursachten Schwellungen, Gelbsucht und Auszehrung oder ließen Reisende auf der Straße sterben. Xibalba war dabei weniger ein Ort der Strafe als ein düsteres Reich voller Prüfungen, in dem die Herren des Todes ihre Gäste mit Listen und Fallen zu überwinden suchten.

Als Eingänge zur Unterwelt galten Höhlen und Wasserstellen, besonders die für Yucatán typischen Cenoten, natürliche Kalksteinschächte mit Grundwasser. Archäologen fanden in Höhlen wie Naj Tunich in Guatemala Wandmalereien und Inschriften, in Actun Tunichil Muknal in Belize Keramik und menschliche Überreste, und aus dem Heiligen Cenote von Chichén Itzá wurden Jade, Gold, Weihrauch und Skelette geborgen. Auch die Königsgräber spiegeln die Vorstellung von der Reise durch Xibalba: Der berühmte Sarkophagdeckel des Königs K’inich Janaab Pakal in Palenque zeigt den Herrscher im Übergang zwischen dem Rachen der Unterwelt und dem aufragenden Weltenbaum. Der Tod war damit kein Endpunkt, sondern der Beginn einer gefahrvollen Reise, die nach dem Vorbild der Götter in eine Wiedergeburt münden konnte.

Die Heldenzwillinge in Xibalba

Die berühmteste Erzählung um Xibalba ist die der Heldenzwillinge. Ihr Vater Hun Hunahpu und dessen Bruder Vucub Hunahpu spielten der Überlieferung nach so lärmend Ball, dass sie die Todesfürsten störten, die sie daraufhin nach Xibalba luden. Dort scheiterten die Brüder an den Prüfungen, wurden geopfert, und der Kopf des Hun Hunahpu wurde in einen Kalebassenbaum gehängt. Als die junge Xquic, Tochter eines Unterweltfürsten, den Baum aufsuchte, spuckte der Schädel in ihre Hand, und sie wurde schwanger. Verfolgt von ihrem Vater floh sie auf die Erde, wo sie die Zwillinge Hunahpu und Xbalanque zur Welt brachte. Die beiden wuchsen zu listigen Helden heran, besiegten den hochmütigen Vogeldämon Vucub Caquix und wurden, ganz wie einst ihr Vater, zum Ballspiel nach Xibalba gerufen.

In Xibalba bestanden die Zwillinge alle Prüfungen: die Nächte im Haus der Finsternis, im Haus der Messer, der Kälte, der Jaguare und des Feuers. Nur im Haus der Fledermäuse verlor Hunahpu seinen Kopf an eine Fledermaus, erhielt ihn aber durch eine List zurück. Um die Todesfürsten endgültig zu besiegen, ließen sich die Zwillinge verbrennen; ihre Knochen wurden gemahlen und in einen Fluss gestreut, aus dem sie wiedergeboren wurden. Als wandernde Zauberer opferten sie sich gegenseitig und erweckten sich wieder zum Leben. Begeistert verlangten die Todesfürsten, selbst geopfert zu werden – doch die Zwillinge erweckten sie nicht wieder. So wurde die Macht Xibalbas gebrochen, und Hunahpu und Xbalanque stiegen als Sonne und Mond in den Himmel auf.

Kalender, Blutopfer und das Erbe der Maya

Wie bei den Azteken bestimmte ein komplexes Kalendersystem das religiöse Leben. Ein Ritualkalender von 260 Tagen und ein Sonnenjahr von 365 Tagen ergaben gemeinsam einen Zyklus von 52 Jahren. Einzigartig war die sogenannte Lange Zählung, die Tage von einem mythischen Anfangsdatum im Jahr 3114 vor Christus an zählte. Am 21. Dezember 2012 endete ein großer Zyklus dieser Zählung, was weltweit Weltuntergangsgerüchte auslöste – obwohl Inschriften in Palenque sogar Daten Jahrtausende in der Zukunft nennen und die Maya das Zyklusende vermutlich als Erneuerung verstanden. Zur Religion gehörten auch Blutopfer: Könige und Königinnen durchbohrten etwa ihre Zunge, um Götter und Ahnen zu nähren, wie berühmte Reliefs aus Yaxchilán zeigen, und auch Menschenopfer, meist an Kriegsgefangenen, sind belegt.

Die spanische Eroberung zerstörte Tempel und Bücher, doch die Glaubenswelt der Maya verschwand nicht. In vielen Gemeinden Guatemalas und Mexikos verbinden sich bis heute christliche Heiligenverehrung und alte Vorstellungen, Tageszählkundige führen den 260-Tage-Kalender weiter, und Zeremonien an Höhlen, Bergen und Feldaltären werden nach wie vor abgehalten. Das Popol Vuh gilt in Guatemala als nationales Kulturerbe, und die Entzifferung der Hieroglyphen hat es ermöglicht, die Könige und Götter der Klassik erstmals in ihren eigenen Worten sprechen zu lassen. So ist die Mythologie der Maya zugleich eine Wissenschaft von Ruinen und Inschriften – und die lebendige Überlieferung eines Volkes, das seine Götter nie ganz vergessen hat.

Quellen und weiterführende Literatur

Häufige Fragen zur Maya Mythologie

Was ist die Maya Mythologie?

Die Maya Mythologie umfasst die Göttervorstellungen und Mythen der Maya in Südmexiko, Guatemala, Belize und Honduras. Sie ist vor allem durch das Popol Vuh der K’iche‘-Maya, vier erhaltene vorspanische Codices, zahlreiche Hieroglypheninschriften und archäologische Funde überliefert und erzählt von der Schöpfung der Menschen aus Mais und der Unterwelt Xibalba.

Welche waren die wichtigsten Götter der Maya?

Zu den wichtigsten Göttern der Maya zählen der Schöpfergott Itzamna, der Regengott Chaak, der Sonnengott K’inich Ajaw, der Maisgott, K’awiil als Gott des Blitzes und der königlichen Macht, die Heil- und Geburtsgöttin Ix Chel sowie die Gefiederte Schlange Kukulkan beziehungsweise Q’uq’umatz.

Was ist Xibalba?

Xibalba, etwa „Ort der Furcht“, ist die Unterwelt der Maya, beherrscht von den Todesfürsten Hun Came und Vucub Came. Sie galt als Reich gefährlicher Prüfungen, dessen Eingänge in Höhlen und Cenoten lagen. Im Popol Vuh besiegen die Heldenzwillinge Hunahpu und Xbalanque die Herren von Xibalba durch List.

Sagten die Maya für 2012 den Weltuntergang voraus?

Nein. Am 21. Dezember 2012 endete lediglich ein großer Zyklus der Langen Zählung, die mit einem mythischen Datum im Jahr 3114 vor Christus begann. Maya-Inschriften nennen sogar Daten Jahrtausende in der Zukunft, und das Zyklusende wurde vermutlich als Erneuerung verstanden, nicht als Ende der Welt.

Über diesen Artikel

Dieser Artikel basiert auf den Quellen zur Religion der Maya, insbesondere dem Popol Vuh, dem Dresdner Codex und den übrigen vorspanischen Faltbüchern, den Büchern des Chilam Balam, dem Bericht Diego de Landas sowie Hieroglypheninschriften und archäologischen Funden, ergänzt durch anerkannte Standardwerke der Maya-Forschung. Da sich Götternamen und Vorstellungen je nach Region und Epoche unterschieden und die Entzifferung der Schrift fortschreitet, werden viele Details in der Forschung unterschiedlich gedeutet. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Stand der Informationen: Juni 2026